Die Zukunft des Wohnens (3)

DIE ZUKUNFT DES WOHNENS (3)

Vom Apple zur Tomate

„Sag mir wie du wohnst und ich sage dir, wer du bist“ – das alte Sprichwort gilt mehr denn je.  Auch in Zukunft werden wohl die Menschen einen Großteil ihrer (Frei)Zeit zu Hause in den eigenen vier Wänden verbringen. Interessant ist, dass sich der durchschnittliche Mitteleuropäer schon heute nur noch etwa fünf Prozent seiner Lebenszeit außerhalb geschlossener Räume aufhält. Der Raum, der uns umgibt, formt unser Denken und unseren Handlungsspielraum.

Die Wohnung als unsere „dritte Haut“ verkörpert zunehmend die Persönlichkeit, die täglichen Bedürfnisse und individuellen Lebensphasen ihrer Nutzer. Farbgestaltung, Beleuchtung von Räumen wie auch die Ästhetik und insbesondere die Funktionen des Interieurs spielen dabei eine entscheidende Rolle. Aktuellen Umfragen zufolge wächst das Bewusstsein, dass die Wohnung einen überaus großen Einfluss hat auf das allgemeine Wohlbefinden sowie die Reproduktion der körperlichen und geistigen Energie. Denn das Leben im 21. Jahrhundert ist aufwendiger geworden, nagt an den Nerven und überfordert unser Gehirn. Das zentrale Problem für uns Menschen: eine Komplexität, die kaum noch zu überschauen ist. Der scheinbare Gewinn durch moderne Technik geht einher mit dem Verlust an Überblick und Erholung.

Gefragt sind deshalb schlaue Wohnkonzepte, welche die harmonische Verbindung von Arbeits- und Lebensbereichen ermöglichen. Darüber hinaus orientiert sich die Gestaltung von Wohnraum mehr und mehr am Thema Gesundheit und dem Streben nach Vitalität bis ins hohe Alter. Kaum ein anderes Thema wird die nächsten Dekaden so dominieren wie die Gesundheit der Menschen. Und eine zentrale neue Sehnsucht ist die Berührung mit der Natur, die als Pendant zum hektischen Alltag gesucht wird:

• Wie kann die Wohnung der Zukunft solchen Ansprüchen gerecht werden?

• Wie groß werden die Wohnungen in  Zukunft sein?

• Wie werden unsere Schutzbedürfnisse, zum Beispiel der Schutz vor Wärme und Kälte, vor Lärm und Staub, vor unerwünschten Einblicken und Eindringlingen befriedigt?

• Bietet die Wohnung der Zukunft Schutz vor Elektrosmog und Mobilfunkstrahlung?

• Wird unser Multifunktions-Home-Office-Sekretär neben dem Apple-PC künftig auch von Tomatenstrauch und Kräutertopf geziert?

Nicht der Stil, sondern das Konzept einer Wohnung spricht Bände. An dieser Stelle schließt sich wohl der Kreis zu moderner Technik und Technologie. Denn solche Konzepte, die der Erleichterung und Verbesserung des täglichen Lebens und der körperlichen und geistigen Gesundheit dienen, werden in den nächsten Jahren massiv in die Wohnumgebungen einziehen.

Die Zukunftswohnung wird ein Ort sein, an dem Technologie und Gesundheitsansprüche fusionieren. Farbgestaltungen, welche gesundheitsfördernde Stimmungen erzielen oder Heimtextilien, die gleichzeitig Staub absorbieren und durch das Imitieren der Fotosynthese Luft reinigen können, werden fester Bestandteil von zukünftigen Wohnkonzepten sein. Multifunktionelle Gardinen, welche die Funktionen Fensterdekoration, Sonnenschutz, Insektenschutz, Energiegewinnung und Heizung in sich  vereinen, werden Einzug in moderne Wohnräume halten. Zum Schutz der Gesundheit werden auf verschiedene Weise strahlungsfreie Zonen, beispielsweise in Kinder- und Schlafzimmern installiert. Das Büro zu Hause, mobile Möbel, variable Einrichtungsgegenstände sowie flexible Raumzonen  gewinnen an Bedeutung. Das heutige Arbeits- oder Studierzimmer wird morgen zum Gästezimmer oder Mini-Fitness-Studio umfunktioniert. Der Tisch mutiert zum Bett, der Sekretär zum geschlossenen (Verstau)Regal und der Stuhl zur Hantelbank. Küche, Speise- und Wohnzimmer verschmelzen zur Gesellschaftszone, in der gekocht, gegessen, gespielt, ferngesehen und kommuniziert wird. Bäder und Schlafräume werden zur Relax Zone, zum intimen Rückzugsbereich. Das klassische Sofa besteht aus Einzelsegmenten und lässt sich mit wenigen Handgriffen in eine andere Position bringen. Auch Schränke sind fahrbar und können als Raumteiler eingesetzt werden. Innovative  Küchengeräte ermöglichen die schnelle und einfache Zubereitung frischer, gesunder Lebensmittel.  Balkone und Terrassen werden mit Hilfe von speziellen Markisen oder Glasdächern zum Wohnzimmer im Freien, wo die Natur von der ganzen Familie hautnah erlebt werden kann. Moderne Steuerungssysteme arbeiten automatisch und erlauben die Bedienung und Überwachung der Rollläden, der Wintergarten-Verschattung, des Stromnetzes, der Heizung oder der gegebenenfalls installierten Sicherheitstechnik per Handy….

Resümee: Die Richtung, in die wir uns begeben ist eine Vernetzung und eine erhöhte Komplexität. Im sozialen Umgang erzeugt dies schon heute eine Nähe auf Distanz. Intelligente Wohnkonzepte vereinen hochmoderne Technologien mit der Erhaltung der Gesundheit und dem bewussten Umgang mit der Natur.

Projekt „Bewusst Wohnen“  EFRE – Europa fördert Sachsen; (Quelle: Studie „Zukunft des Wohnens“)

Anzeige
kooperation
Bewusst Leben ist eine Kooperation der Firmen Raumausstattung JUP,
Tischlerei RAU, Elektro-LIST und Personaltrainer Patrick Schulze
und wird durch die Europäische Union gefördert.